BMWE-Förderung im 8. Energieforschungsprogramm

Sichere und interoperable Digitalisierung für Stromnetze

CloudEnerChain untersucht, wie Sekundärtechnik, IoT-Komponenten, Cloud-Plattformen und Netzleittechnik sicher, nachvollziehbar und systemübergreifend zusammenwirken können.

Im Mittelpunkt steht eine durchgängige Vertrauenskette von der Sekundärtechnik über Stations- und Netzleittechnik bis zur Netzleitstelle. Ziel ist es, digitale Anwendungen im Stromnetz robust, interoperabel und betrieblich nutzbar zu machen.

1. März 2026 bis 28. Februar 2029 Stromnetze, Interoperabilität, Cybersicherheit
Schematische Darstellung der CloudEnerChain-Systemlandschaft von Sekundärtechnik und Stationsleittechnik bis zu digitalen Anwendungen in der Netzführung.
Von Sekundärtechnik sowie Stations- und Netzleittechnik über eine sichere Integrationsschicht bis zu digitalen Anwendungen in der Netzführung.

Projektgedanke

Digitale Anwendungen im Stromnetz brauchen Interoperabilität, Cybersicherheit und einen nachweisbaren Mehrwert für die Netzführung.

36 Monate

Förderzeitraum

7 Partner

Forschung, Software, Netzbetrieb

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BMWE-Förderung

OT, IT, Cloud

Schnittstellen sicher verbinden

Ausgangslage

Stromnetze werden digitaler, vernetzter und anspruchsvoller.

CloudEnerChain setzt dort an, wo mehr Daten, mehr Schnittstellen und mehr Sicherheitsanforderungen im Stromnetz gleichzeitig zusammenkommen.

Mehr Dynamik in den Verteilnetzen

Dezentrale Einspeisung, flexible Lasten und wachsende Datenmengen verändern den Netzbetrieb grundlegend

Mehr Schnittstellen zwischen OT, IoT und Cloud

Neue digitale Verbindungen schaffen Potenziale für Transparenz und Automatisierung, vergrößern aber auch die Komplexität

Mehr Bedarf an Vertrauen und Nachvollziehbarkeit

Damit digitale Prozesse breit einsetzbar werden, müssen Identität, Integrität und Sicherheit über die gesamte Kette hinweg absicherbar sein

Prüf- und Testumgebungen

Testumgebungen entlang der Systemkette

Die Testumgebungen bereiten zentrale Ebenen im Stromnetz praxisnah auf: von der Sekundär- und Stationsleittechnik bis hin zur Netzleitstelle und digital unterstützten Betriebsprozessen.

Panoramablick in die Versuchshalle des Fraunhofer-Zentrums Digitale Energie mit Testaufbauten für digitale Stromnetztechnik.

Von der Sekundärtechnik bis zur Netzleitstelle

Datenflüsse und digitale Funktionen sollen sicher, verlässlich und interoperabel gestaltet werden

Blick in eine Versuchshalle mit Transformatoren, Prüfständen und weiteren Aufbauten für Stromnetzversuche.

Die Feldebene anbinden

Versuchshalle

Die Anlage repräsentiert die physische Infrastruktur des Stromnetzes und bringt digitale Komponenten mit echten Anlagenteilen zusammen

Im Fokus steht die verlässliche Erfassung von Betriebsdaten für nachgelagerte Anwendungen

Arbeitsplätze in einer Netzleitstelle mit mehreren Monitoren und einer zentralen Netzvisualisierung.

Informationen dort, wo sie gebraucht werden

Netzleitstelle

Hier entscheidet sich, wie vertrauenswürdige Daten und Zustandsinformationen in der Netzführung sinnvoll nutzbar werden

Eine klare Netzvisualisierung unterstützt den sicheren Betrieb aktiv

Detailaufnahme eines Hardware-in-the-Loop-Testsystems mit Netzwerkschnittstellen und Echtzeit-Hardware.

Neue Funktionen vorab prüfen

Hardware-in-the-Loop

Neue digitale Funktionen und Kommunikationskonzepte lassen sich unter realitätsnahen Verhältnissen testen, bevor sie ins Feld gehen

So werden Interoperabilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit umfassend evaluiert

Offene Schaltschränke und digitale Komponenten einer Testumgebung für Ortsnetzstationen.

Die Stationsebene datentechnisch anbinden

Digitale Ortsnetzstationen

Die Stationsebene ist der Ausgangspunkt, an dem Verteilnetzdaten gebündelt und an eine sichere Integrationsschicht weitergegeben werden

Dieser Übergang setzt den Maßstab für Sicherheit und strukturierte Daten

Bildmotive aus den Prüf- und Testinfrastrukturen des Fraunhofer-Zentrums Digitale Energie, Quelle: Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie, überwiegend © Martin Braun. Quelle: Fraunhofer-Seite

Stand der Technik und neuer Ansatz

Vernetzte Stromnetze brauchen Interoperabilität und eine belastbare Vertrauenskette

Sekundärtechnik, Stations- und Netzleittechnik, Integrationsschichten und Netzleitstellen greifen heute enger ineinander als früher. Gerade dadurch steigen die Anforderungen an sichere Kommunikation, nachvollziehbare Zustände und abgestimmte Informationsmodelle über Systemgrenzen hinweg.

VERNETZTES STROMNETZ Vertrauenswürdige Verbindung von Sekundärtechnik, Netz-IT, Integrationsschicht und Netzleitsystem Die Darstellung ordnet die Systemgrenzen eines digital vernetzten Stromnetzes entlang einer durchgängigen Vertrauenskette ein. VERTRAUENSKETTE Sekundärtechnik Netz- und IT-Segmente Integration Betrieb und Leitstelle RTU RTU Sekundärtechnik und Stationsautomation IT IT / Access Sicherer Übergang von der Station ins Netz IT IT / Aggregation Stations- und Netzsegmentebene IT IT / Core Verifikation und Integritätsprüfung HUB Integrations- schicht Cloudfähige Verbindung von Daten, Zuständen und Anwendungen FW Firewall Schutzgrenze für Segmente und Übergänge SC Netzleitsystem Monitoring, Assistenz und Reaktion TPM TPM TPM/HSM TPM KERNIDEE Nicht die einzelne Komponente entscheidet, sondern die fortlaufende Verifikation von Identität, Integrität und Authentizität über die gesamte Kette hinweg.
Systemlandschaft eines vernetzten Stromnetzes mit der geplanten Vertrauenskette von Sekundärtechnik sowie Stations- und Netzleittechnik bis zur Integrationsschicht und zum Netzleitsystem.

Stand von Wissenschaft und Technik

In heutigen Stromnetzen wirken Sekundär-, Stations- und Netzleittechnik, Netzleitstellen und zunehmend auch Cloud-Plattformen zusammen. Kommunikation, Informationsmodelle und Sicherheitsmechanismen bleiben dabei häufig heterogen und nur teilweise aufeinander abgestimmt

Zentrale Lücke

Einzelne Schutzbausteine wie Gateways, Firewalls oder VPN-Strecken sichern Teilbereiche ab, schaffen aber noch keine durchgängige Vertrauenswürdigkeit vom Endpunkt über das Netz bis zur betrieblichen Anwendung

Neuheit von CloudEnerChain

CloudEnerChain verbindet eine cloudfähige Integrationsschicht mit hardwaregestützten Vertrauensankern, durchgängiger Verifikation sowie Monitoring und Angriffserkennung. Dadurch werden Interoperabilität und Sicherheit gemeinsam gedacht

Grafische Übersicht mit vier Schwerpunktperspektiven rund um Interoperabilität, Cybersicherheit, Cloud, Edge und digitale Anwendungen.

Worum es inhaltlich geht

Vier Perspektiven prägen die inhaltliche Arbeit des Projekts.

Die Forschungsarbeit verbindet Interoperabilität, Sicherheit, digitale Infrastrukturen und Anwendungen für die Netzführung zu einem gemeinsamen Gesamtbild.

Interoperabilität statt Insellösungen

Ein gemeinsamer Daten- und Schnittstellenansatz soll unterschiedliche Systeme besser zusammenführen und die Anschlussfähigkeit erhöhen

Cybersicherheit entlang der gesamten Kette

Sicherheitsmechanismen werden nicht punktuell, sondern von der Sekundärtechnik über Kommunikationsverbindungen bis zur Netzleitstelle gedacht

Cloud und Edge entlang betrieblicher Anforderungen

Digitale Anwendungen sollen dort verankert werden, wo sie Nutzen stiften und zugleich Echtzeit-, Sicherheits- und Betriebsanforderungen erfüllen

Mehrwert für den Netzbetrieb schaffen

Monitoring, Anomalieerkennung und neue Anwendungen sollen einen konkreten Beitrag für die Netzführung leisten

Vom Problem zur Lösung

CloudEnerChain verbindet Systemverständnis, Absicherung und Erprobung.

Verstehen

Ausgangspunkt sind reale Anforderungen aus Stromnetzen, bestehende Systemlandschaften und die wachsende Bedeutung digitaler Vernetzung

Verbinden

Datenflüsse, Systemgrenzen und digitale Schnittstellen werden so gestaltet, dass eine reibungslose Zusammenarbeit über Anbietergrenzen hinweg möglich wird

Absichern

Cybersicherheit wird als verbindendes Prinzip in Architektur, Kommunikation, Monitoring und digitale Anwendungen eingebettet

Erproben

Die entwickelten Ansätze werden in praxisnahen Umgebungen evaluiert, um ihre Eignung für den späteren Einsatz im Stromnetz zu belegen

Was dadurch möglich werden soll

Digitale Vernetzung muss in der Netzführung einen erkennbaren Nutzen entfalten.

Mehr Anschlussfähigkeit

Ein gemeinsamer Daten- und Schnittstellenansatz senkt Integrationsaufwände und erleichtert den Austausch zwischen Systemen

Mehr Resilienz

Durchgängige Absicherung und bessere Beobachtbarkeit stärken den Umgang mit Störungen und Cyberbedrohungen

Besserer Fit für den Netzbetrieb

CloudEnerChain richtet digitale Ansätze so aus, dass sie an bestehende Betriebsprozesse, Systeme und Verantwortlichkeiten anschließen

Projektverbund

Forschung, Industrie und Netzpraxis arbeiten an einer gemeinsamen Perspektive für die sichere Digitalisierung von Stromnetzen.

Partner auf einen Blick

Ein Verbund aus digitaler Energie, Plattformentwicklung, Netzbetrieb und Cybersicherheit

Im Projektverbund kommen Perspektiven aus Forschung, Industrie und Netzpraxis zusammen

Partnerlogos von Hochschule Bremen, Digimondo, PSI Software SE, SWO Netz, Fraunhofer FIT, Schleswig-Holstein Netz und Rhebo

Forschung

Wissenschaftliche Partner bringen Expertise zu IT-Sicherheit, Simulation, Datenverarbeitung und der Digitalisierung von Stromnetzen ein

Industrie

Technologie- und Softwarepartner sorgen für den Bezug zu Plattformen, Schnittstellen, Netzleitsystemen und marktnahen Lösungen

Netzbetrieb

Praxispartner stellen reale Anforderungen, Betriebswissen und den Blick auf Übertragbarkeit in unterschiedliche Netzkontexte sicher

Aktuelles

Einblicke, Termine und Entwicklungen aus dem Projekt.